Archiv für Oktober 2007

Irgendetwas stimmt hier nicht.

Spiegel Online berichtet über einen Angriff auf einen schwarzen US-Bürger und seine Freundin:

Die Berliner Polizei teilte am Abend mit, dass die Jugendlichen im Alter von 16, 17 und 19 Jahren den US-Bürger „aufgrund seiner Hautfarbe“ angegriffen hätten. Dennoch gebe es keine Hinweise auf eine fremdenfeindliche Tat, hieß es in der Polizeimeldung.

Ich frage mich grade was die Berliner Polizei mit dieser doch leicht widersprüchlich klingenden Wortwahl mitteilen möchte. Vielleicht, dass die tatsächliche US-Staatsbürgerschaft des Opfers für ihr Motiv keine Rolle spielte? Dass das Opfer den Tätern so „fremd“ war wie z.B. die Kassiererin bei Aldi um die Ecke oder der nächste Passant? Vielleicht haben sie geschnallt das „Fremdenfeindlichkeit“ eine irreführende Bezeichnung für die Motivation, die solchen Angriffen zu Grunde liegt ist.
„ceza“ schrieb dazu mal im Kommunistischen Forum:

Xenophobie ist Fremdenhass. Xenophobie gibt es in der Moderne nicht mehr. Wenn man über die Straße läuft, sind einem über 99% der Menschen fremd. Fremdheit ist in der modernen Großstadt die Grunderfahrung schlechthin. Xenophobie setzt eine geschlossene ländliche Gesellschaft voraus, die so gut wie nie mit Fremden in Berührung gerät. Die Normen der drei abrahamitischen Weltreligionen, besonders aber Judentum und Islam, stimmen in ihrer Verurteilung der Fremdenfeindlichkeit überein, denn Gastfreundschaft ist in einer vormodernen Gesellschaft, mehr noch aber in einer nomadisch geprägten Region wie dem Vorderen Orient, überlebenswichtig. Deshalb gilt Fremdenfeindlichkeit im Judentum und im Islam als das schlimmste Verbrechen überhaupt. Mit Xenophobie hat der völkisch motivierte Ausländerhass der Deutschen eher wenig zu tun. Dieser Begriff ist meines Erachtens eine Fehlbenennung, und er ist in diesem Zusammenhang auch eher unüblich.

Aber wahrscheinlich war es einfach schon spät in Berlin.

„Meidet den Kontakt, bildet Parallelgesellschaften!“

Cafe Morgenland dokumentiert einen in der Frankfurter Rundschau unvollständig abgedruckten Leserbrief vollständig.