miese Laune

Zum Kotzen:

Social scientists need to be involved in the development of these technologies [Anm.: gemeint sind künstliche Intelligenz, Internet und CD-ROMs], in part of because we can be sophisticated advocates for the general public whose real data and software needs might otherwise have little influence on systems created by engineers and bureaucrats.

Aus: Annual Review of Sociology,1994, William Sims Bainbridge et. al. , Artificial Social Intelligence

Fast vergessene Volkswiderstandsbewegungen der Welt: Khmer Rouge/KPCh/KBW/Grüne/SPD

SpiegelOnline ruft seinen LeserInnen noch einmal die jüngere Geschichte Kambodschas in Erinnerung:

Die Roten Khmer herrschten von 1975 bis 1979. Damals kamen schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen ums Leben. Die Schreckensherrschaft ging als Epoche der „Killing Fields“ in die Geschichte ein. Die Kommunisten wollten Kambodscha in eine Agrargesellschaft verwandeln und löschten die akademische Elite aus. Hunderttausende wurden hingerichtet, verhungerten oder arbeiteten sich auf den Reisfeldern zu Tode.

Da Blogs ja sowas wie eine „Gegenöffentlichkeit“ sein sollen, sei nur kurz auf zwei Punkte hingewiesen, die bei SpOn glatt unter den Tisch fallen:

    1. Wer hat den Terror dieser „Kommunisten“ beendet?
    2. Wer hat die Khmer Rouge auch noch nach dem Massenmord unterstützt?

Was mich allerdings mehr beschäftigt (jaja, Wendy, Metropolenprobleme und so),
wer waren die westdeutschen PolPot-Fans in den 70ern und was ist aus ihnen geworden?
Wikipedias recht ausführlicher KBW-Artikel fördert erstaunliches zu Tage:

    Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen;

    Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, ehemaliger grüner Bremer Umweltsenator;

    Hans-Jörg Hager, Vorstandsvorsitzender der Schenker Deutschland AG;

    Eberhard Kempf, Aufsichtsratsmitglied bei SAP, Strafverteidiger (u.a. des Deutsche Bank-Chefs Ackermann, Manfred Kanther (CDU));

    Gerd Koenen, Historiker und Publizist; (Anm. von mir: z.B. Autor von „Das rote Jahrzehnt“ – die hetzerischten Passagen im Wikipedia-Artikel über die Marxistische Gruppe1 sind offenbar direkt aus diesem Buch entnommen);

    Hermann Kuhn, 1995-2003 Grüner Vizepräsident der Bremischen Bürgerschaft;

    Horst Löchel, Professor an der Bankakademie e.V./Frankfurt School of Finance & Management;

    Willfried Maier, Grüner Politiker, 1997-2001 Stadtentwicklungssenator, Bundesrats-Bevollmächtigter und Europa-Beauftragter in Hamburg;

    Dieter Mützelburg, Grüner Bürgerschaftsabgeordneter in Bremen;

    Winfried Nachtwei, Bundestagsabgeordneter (Bündnis 90/Die Grünen);

    Krista Sager, ehemalige Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion;

    Joscha Schmierer, 1999-2005 Mitarbeiter im Planungsstab des AA;

    Ulla Schmidt (SPD) Bundesgesundheitsministerin;

Nun, böswillig könnte man sagen: Alle Wege des Maoismus führen in den Enddarm der Sozialdemokratie. Zumindest wenn man nicht sofort verdaut wird wie Ulla Schmidt oder die mitgliederstärkste sozialdemokratische2 Partei der Welt ist – was ja bekanntlich keinen großen Unterschied macht. Die Sorge des neuen Vizekanzlers und Aussenminister F.W. Steinmeier vor einer Verschlechterung der deutsch-chinesischen Beziehungen und einem Ausbleiben der Dialoge die man so führt lässt sich übrigens auch vor dieser Schablone interpretieren. Nach ihrem neuesten „Linksruck“ kann die deutsche Sozialdemokratie wohl nur im Dialog mit der KPCh lernen wie man im 21. Jahrhundert von Sozialismus redet und kapitalistische Zustände einrichtet.

  1. Die hatte zum agieren der USA und der VR China übrigens folgendes zu sagen: http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/87/87_1/vietnam.htm [zurück]
  2. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, wenn die chinesische Variante der Sozialdemokratie sich von einer besonders autoritären Seite zeigt, so ist das kein Spezifikum dieser Partei. Die anderen Sozen haben es nur gerade nicht nötig der Bluthund zu sein um nationale Einheit und Verwertbarkeit des Menschenmaterials für Staat und Kapital herzustellen / zu erhalten. [zurück]