Missy http://misstakenidentity.blogsport.de Lifestyle-Magazin für Prinzessinnen und die, die es werden wollen. Mon, 04 May 2009 18:07:07 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Staat und so http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/05/04/staat-und-so/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/05/04/staat-und-so/#comments Mon, 04 May 2009 18:07:07 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/05/04/staat-und-so/ Liebe Lahmacun, du schreibst hier:

aus der bestimmung lässt sich aber die intention ableiten. beim bürgerlichen staat ist das die sicherung des eigentums. an der sicherung von eigentum hat aber eine menschengruppe, die durch eigentum permanent geschädigt wird, kein objektives interesse :P (subjektiv machen sie durchaus diesen fehler, keine frage, und verwechseln das interesse der gegnerischen klasse mit ihrem.)
die menschengruppe jedoch, die – im gesamten – von der sicherung des eigentums profitiert, schon.

Ich hatte bereits hier und hier versucht zu erklären, warum deine Ableitung des staatlichen Eigentumsschutzes aus dem Willen seiner produktionsmittel-besitzenden Bürger zum Eigentum nicht hinhaut und der Umkehrschluss, Proletarier hätten kein objektives Interesse am Eigentum damit auch nicht. Denn:
a) haben erstmal alle Bürger, an sich kein Interesse am Eigentum, ausser an dem eigenen. Das ist logisch, denn das Eigentum der Anderen tritt ihnen als Beschränkung ihres Zugriffs auf die Dinge, die den Anderen gehören gegenüber. Diese Kritik am Eigentum teilt noch jeder Bürger, dass das eigene nämlich zu klein ist.
b) Weil das so ist, sind die Bürger auf eine Instanz verwiesen, die ihr Privatinteresse (nicht „subjektives Interesse, das ist etwas anderes) beschränkt. Diese Instanz ist der bürgerliche Staat, der nicht nur das Eigentum des einzelnen Bürgers garantiert, sondern das Eigentum als abstraktes Prinzip. Auch den Proleten garantiert der Staat ihr bescheidenes Eigentum. Damit ist nicht die Zahnbürste oder das Reihenhaus gemeint, sondern ihre Arbeitskraft.
c) Weil die Arbeitskraft in diesen Verhältnissen das Mittel des ökonomischen Klarkommens der Proleten ist, haben sie ein objektives Interesse am Schutz dieses Eigentums, so wie der Kapitalist ein Interesse am Schutz des Privateigentums an Produktionsmitteln hat und der Grundbesitzer auch nicht jeden auf seinem Boden herumackern haben will.
d) Die Proletarier machen sich in ihrem Willen zum Staat keineswegs das Interesse der gegnerischen Klasse zu eigen, sondern sehen in ihm ihr Klasseninteresse, nämlich nach Lohn und Schutz vor Zwangsarbeit, aufgehoben. Durch diese Unterwerfung unter die Gewalt des Staates und der Anerkenntnis des fremden Eigentums an den Produktionsmitteln, taugen sie gerade um sich an diesem zu verdingen.

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http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/05/04/70/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/05/04/70/#comments Mon, 04 May 2009 03:08:00 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/05/04/70/ Die taz über die Onkelz:

taz-Anwalt Eisenberg verwies darauf, dass die Überhöhung des Männlichen, die Verherrlichung der Gewalt und die Weltsicht des Bandmitglieds Weidner, für den 99 Prozent der Journalisten Arschlöcher sind, alles andere als zivilgesellschaftliche Haltung seien.

Naja. Ich würde sagen, an der Stelle haben beide irgendwie recht.

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U-S-A! U-S-A! U-S-A! http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/28/u-s-a-u-s-a-u-s-a/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/28/u-s-a-u-s-a-u-s-a/#comments Wed, 28 Jan 2009 03:25:50 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/28/u-s-a-u-s-a-u-s-a/ Die demokratische Wahl ihres neuen Führers hat die US-amerikanische Öffentlichkeit inspiriert und eine ganze, neue Generation für Politik begeistert. Deshalb werden jetzt diskurs-technisch auch die richtig heißen Eisen angefasst:

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Zum Varus-Jahr 2009… http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/23/zum-varus-jahr-2009/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/23/zum-varus-jahr-2009/#comments Fri, 23 Jan 2009 19:25:28 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/23/zum-varus-jahr-2009/ … machen sich Antifas so ihre Gedanken:

Am 07. März 2009 hat die NPD einen Aufmarsch in Osnabrück angemeldet. NPD und “freie Kräfte” wollen unter dem Motto “2000 Jahre Kampf gegen Überfremdung – für nationale Selbstbestimmung” einer Geschichte gedenken, die es so wie die Nazis sie gerne hätten nie gegeben hat und versuchen mit einem herbei halloziniertem “Urmythos” ihre menschenverachtende Ideologie zu bestärken.

Diesem Treiben werden wir nicht Tatenlos zuschauen und ihm Einhalt gebieten. Auf dieser Seite findet ihr den aktuellen Stand zu den Gegenaktivitäten.

Mal davon abgesehen, dass ich schon alleine die Überschrift unter dem das Ganze läuft total bescheuert finde („Nazis wegrömern!“), frage ich mich auch, was eigentlich eine „menscheverachtende Ideologie“ sein soll. Was wird denn da verachtet?
Es bleibt mit Marx zu sagen:

[…]Friede den teutonischen Urwäldern! Krieg den deutschen Zuständen!

Vielleicht einfach mal die Nazis ein bisschen Germanen spielen lassen und sich mit wirklich wichtigen Dingen beschäftigen. Zum Beispiel wie sich, ganz unabhängig von Germanenstämmen, dem heiligen römischen Reich deutscher Nation und NS-Deutschland, dieser Staat (zur Erinnerung, das ist die BRD) zur Zeit innen- und aussenpolitisch benimmt, welche Gründe das hat und was man dagegen zu tun gedenkt. Möglichkeiten sich darüber klar zu werden gibt es fast jede Woche einmal irgendwo in dieser Republik. Und vielleicht entscheiden sich TOP-Berlin auch noch, mal von der Kritik an nationalistischen Repräsentationen in der Kunst-Szene weg zukommen und sich mit den handfesteren Phänomenen bürgerlicher Staatlichkeit auseinander zusetzen.

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Zufall http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/15/zufall/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/15/zufall/#comments Thu, 15 Jan 2009 14:12:24 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/15/zufall/ Beim rumsurfen bei Savo Vasic gefunden:

Ich mag das Lied immer noch. Aber über diese Zeilen musste ich heute schmunzeln:

And you think you‘re so clever and classless and free,
but you‘re still peasants as far as i can see

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http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/15/zufall/feed/
Daniel Kulla, http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/15/daniel-kulla/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/15/daniel-kulla/#comments Thu, 15 Jan 2009 12:31:00 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/15/daniel-kulla/ wenn dir jemand sagt, „Das ist kein Argument“, was sicher schon häufiger vorgekommen ist, dann handelt es sich nicht um ein Missverständnis. Es liegt nicht daran, das ihr euch über die abstrakte Bedeutung des Begriffs „Argument“ uneins wärt. Was ein Argument ist und was nicht, lässt sich eben nur bezogen auf einen bestimmten Gegenstand, eine bestimmte These sagen. Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.

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Kultur und Krieg http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/14/65/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/14/65/#comments Wed, 14 Jan 2009 10:42:11 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/14/65/ rockstar weist auf die Mobilisierung einer Berliner Gruppe zur NATO-Sicherheitskonferenz in München hin. Neben Aufrüstungsmanagement, Kriegstreiberei und den ganzen anderen Kram für den die NATO unter Linken bekannt ist, hat sie jedoch noch eine wichtige andere Funktion, die kaum bekannt ist.

Aus MSZ, 84/06:

Wie die NATO für Lebensqualität sorgt

„Nato fördert Konservierung alter Kirchenfenster“
BONN, 13. Mai. Eine Kommission der Nato hat das deutsche Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg beauftragt, Methoden zur Erhaltung alter Kirchenfenster zu untersuchen… Der stellvertretende Nato-Sekretär für Umwelt- und Wissenschaftsfragen, der französische Professor Henri Durand, bezeichnete die Experimente zur Konservierung alter Kirchenfenster als einen Teil der Bemühungen des Bündnisses, seine Kunstschätze zu erhalten. „Dies ist ein weniger bekannter Aspekt der Arbeit der Nato, aber wir wollen nicht nur die Freiheit verteidigen, sondern auch die damit verbundene Lebensqualität“, sagte Durand. Der österreichische Sänger L. Hirsch täuscht sich also, wenn er dichtet: „Marmor, Stein und Eisen bricht / Alles, alles geht vorbei / Dank der Pershing Zwei.“ Die NATO richtet nämlich schon jetzt die Fenster jener Häuser her, die nachher zwecks Überlebensqualität am dringendsten gebraucht werden. Bleibt nur zu hoffen, daß auch dann noch dieser „weniger bekannte Aspekt der Arbeit der NATO“ entsprechend gewürdigt und nicht von den bekannteren Aspekten überstrahlt wird.

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Antifa heißt… …Ignoranz. http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/12/antifa-heisst-ignoranz/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/12/antifa-heisst-ignoranz/#comments Mon, 12 Jan 2009 12:07:02 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/12/antifa-heisst-ignoranz/

In 6 Sätzen zusammengefasst funktionieren Staat, Kapital und Faschismus laut TOP dabei so: Die einzelnen Subjekte im Kapitalismus sind der Konkurrenz untereinander ausgesetzt, diese dringt in jeden Lebensbereich. Ebenso selbstverständlich wie die kapitalistische Konkurrenz ist den Subjekten dabei ihre Rolle als Staatsbürger_in. Menschen verhalten sich als Inhaber_innen allgemeiner Rechte und Pflichten zueinander, die ihnen von einem Staat zu- oder aberkannt werden, der wiederum die Funktion hat die Verwertungsbedingungen seines Kapitals herzustellen. Die Bürger_innen eines Staates sind damit eine “profane, objektive Schicksalsgemeinschaft” und von der Fähigkeit ihres Staates abhängig sich in der Konkurrenz der Standorte zu behaupten, Nationalismus ist die Reflexionsform dieses Wettbewerbes der Staaten. Faschismus ist dann ein mögliches Staatsprogramm, dass auf unmittelbare Herrschaft statt auf komplizierte Vermittlung setzt und verspricht durch schiere Willensakte das Staatsvolk vor den Unwägbarkeiten des Marktes zu schützen. Dieser Faschismus kann von Demokrat_innen nicht richtig kritisiert werden, weil sie das grundsätzliche Ziel desselben – den Erfolg der Nation – teilen.

So fasst bikepunk den Beitrag der Berliner Theorie.Organisation.Praxis zur im antifaschistischen infoblatt geführten Antifadebatte zusammen. Was bikepunk da schreibt wird schon grob so da stehen, ich habe den Text bislang nur zweimal gelesen. Ich hatte allerdings, nach dem ich bikepunks Kritik daran gelesen hatte, zunächst kaum eine Veranlassung mich damit auseinander zusetzen, ob denn alles stimmt was die TOPs da schreiben und ob bikepunks Zusammenfassung korrekt ist. Denn diese Kritik bezieht sich gar nicht so sehr auf den theoretischen Gehalt des Textes, ja, nicht mal auf den Antifa-Kram der dort Eingangs und zum Schluss behandelt wird, sondern scheint diesen einfach zu ignorieren.

So ist der erste Vorwurf:

[…] Ideologie kommt in ihrer Faschismusanalyse nicht vor.

Diese Behauptung ist schon verwunderlich. Schließlich fasst bikepunk selbst zusammen, die TOPs sähen im Nationalismus die Reflexionsform der Staatenkonkurrenz, im TOP-Text selber heißt es sogar, er sei eine „ideologische[!] Reflexionsform“ der Konkurrenzstellung des bürgerlichen Staates. Weiter heißt es dann, wo es um den Faschismus geht, bei den TOPs:

Die Ideologie[!]des völkischen Nationalismus spricht die Abhängigkeit des Individuums von der staatlichen ›Schicksalsgemeinschaft‹ offen aus, und unterstellt eine vorpolitische ›Einheit‹ der Nation. Doch anders als der gewöhnliche Nationalismus verspricht der Faschismus, die Windmühlenkämpfe politischer Vermittlung ein für allemal zu beenden, und das nationale Privileg durch Maßnahmen eines autoritären Staates durchzusetzen.

Die TOPs begreifen den Faschismus also doch als eine Ideologie. Und zwar eine spezifische, die auf als prekär beurteilte Situation des Gemeinwohls ihre eigenen staatsprogrammatischen Antworten hat. Im Kontext des obigen TOP-Zitates wirkt der zweite bikepunksche Vorwurf geradezu grotesk:

Patriotismus fusst bei ihnen ausschließlich auf dem Sein als Staatsbürger_in,

„Na, worauf denn sonst, guter Mann?“ möchte man da fragen – der Patriotismus, die Liebe zum Vaterland, zum eigenen Staat – woraus soll sie denn sonst folgen, als eben aus der Tatsache, einer politischen Gewalt als Staatsbürger unterworfen zu sein und in dieser politischen Gewalt als Mittel des eigenen Erfolges zu sehen (auch das ist übrigens Ideologie)? Der Anwurf liest sich so, als sei bikepunk der völkischen Ideologie von der Waldursprünglichkeit des Nationalgefühls, als eine vorpolitische, ganz natürliche emotionale Regung des Menschen, aufgesessen. Das ist natürlich nicht der Fall. Es geht hier schlicht um den methodischen Vorwurf, dass man es sich so leicht ja nicht machen dürfe. Der kommt, wie gewohnt, ohne ein Argument gegen die vorgebrachte Theorie aus, die angedeutete Leerstelle („ausschließlich“) wird nicht selbst gefüllt, sondern auf das unter linken Sozialwissenschaftlern beliebte Gerücht gesetzt, dass ja alles „viel komplexer“ sei.

Gleiches gilt für den dritten Vorwurf:

Rassismus wird nicht eigens erwähnt und wohl alleine aus dem Nationalismus heraus erklärt,

Stellt sich die Frage, warum der eigentlich „eigens“ erwähnt werden muss, wenn es in einem Text darum geht ihn als Phänomen zu Kontextualisieren. Stellt sich auch die Frage was an der Erklärung aus dem Nationalismus eigentlich falsch ist. Schaut man sich die Wert- und Unwerturteile der Rassisten an, so wird doch ziemlich schnell deutlich, dass die Maßstäbe, die sie anlegen nationalistische sind. Zumindest fiele mir jetzt keiner ein, der es nicht ist.
Was in diesem Vorwurf allerdings deutlich wird, ist der Moralismus mit dem bikepunk an den Text herantritt. Es zählt nicht so sehr der theoretische Gehalt des Textes, ob er seinen Gegenstand trifft, sondern ob die Checklist der 3 miesesten Herrschaftsverhältnisse abgearbeitet wurde, so ist dann auch der vierte Vorwurf:

patriarchale Zustände kommen nicht vor.

Mal davon abgesehen, dass auch Linke (und nicht nur Leute die als Marxisten verschrien sind), die Tauglichkeit des Patriarchats-Begriffs für eine theoretische Aufklärung über den Sexismus der hierzulande unterwegs ist, nicht nur Bezweifeln sondern auch Bestreiten, dass es also durchaus sein kann, das TOP davon einfach nichts halten, war das schlicht nicht Thema ihres Textes. Übrigens, so ließe sich ebenso einwenden, ohne sich mit den theoretischen Erkenntnissen die TOP vermitteln wollen, auseinander zusetzen, von den besonderen Härten die nicht-Heten, Behinderte oder Psychatrisierte erfahren ist ebenso wenig die Rede. Die disclaimerhafte Nennung dieser Personengruppen bzw. Verhältnisse hätte den Text nicht richtiger gemacht und nichts erklärt.

TOP machen schon klar, dass sie Antifa für sinnvoll halten, wenn sie dafür plädieren “auch jene zum Ziel der Praxis machen, die für eine Verhärtung von Staat und Gesellschaft und die Radikalisierung ihrer alltäglichen Zumutungen einstehen.”

Die Klarheit die bikepunk dort sieht bleibt mir verschlossen. Was im Text steht ist ein Lob der Position der Leipziger Antifa in der Debatte, die sich „wohltuend“ vom Rest der geäusserten Positionen abheben würde. Dann wird diese Position, die nicht mehr ist, als ein formulierter Anspruch, referiert.
Nämlich, dass sich für Linksradikale die Gegnerschaft zu Faschisten aus der Gegnerschaft zu dieser demokratischen Gesellschaftsordnung ergibt und nicht aus einer Parteinahme für sie. Im weiteren Text begründen TOP diese Gegnerschaft. Sie schließen, in dem sie auf dieser Grundlage ihre Version der Gretchenfrage gemeinsamer Organsierung formulieren:

Minimalkonsens muss die Gegnerschaft zu und das Wissen über Nation, Staat und Kapital sein.

Die Frage nach Sinn und Unsinn von Antifa(-schismus) ist damit beantwortet. Womit die tatsächliche Schwäche des Textes zu benennen ist: Die arschklare Konsequenz aus dieser Minimalforderung, ist sie denn Resultat der vorherigen theoretischen Überlegungen, wäre eine vollkommen andere als bikepunk hier herausliest. Die Konsequenz wäre eine klare Absage an die Antifa, weil sie eine Organisationsform ist, deren Minimalkonsens eben nicht in dieser begründeten Gegnerschaft zu Nation, Staat und Kapital liegt, sondern in der Gegnerschaft zu Nazis. Die Konsequenz wäre auch eine Absage an den Antifaschismus als Politik- und Agitationsfeld, denn, wie die LeA schreibt:

Die Illusion, Antifa sei der »Kampf ums Ganze«, hat sich dabei zerschlagen, vor allem, weil es nicht möglich ist, die hiesige Gesellschaft durch die Brille des Faschismus als Ganzes zu analysieren und zu kritisieren.

Doch TOP scheuen entweder diese Konsequenz oder zumindest die klaren Worte, die nötig wären. Zumindest die Betitelung von Antifa-Aktivitäten als „Sport“ am Ende weist in diese Richtung. Zieht man nämlich diese Konsequenz, bleibt eben allerhöchstens der sportliche Teil „antifaschistischer“ Arbeit übrig.
So wirken die bikepunkschen Vorwürfe eben so deplatziert, wie er es dem TOP-Beitrag vorwirft:

Auf strategische Überlegungen verzichtet TOP in diesem Text komplett, stattdessen bieten sie eine knackige, sehr Gegenstandspunkt-inspirierte Kritik an der Bürgerlichen Gesellschaft. Als Selbstdarstellung eines Theoriezusammenhangs ganz nett, in einer Strategiedebatte aber ziemlich deplaziert.

Das bikepunk dem ganzen noch ein „ganz nett“ abheucheln kann, natürlich nicht ohne die gehörige Portion Verachtung des Praktikers für Theoriezusammenhänge, ist wirklich schon erstaunlich, machen TOP doch am Anfang ihres Textes klar, was sie von „Strategiedebatten“ halten:

Da nicht die Lösung eines faschistischen Problems, Bedingung dieses Antifaschismus ist, wird seine Zweckmäßigkeit lediglich am Maßstab der Popularität verhandelt. Statt die Notwendigkeit des Antifaschismus zu überprüfen, lautet die Frage: Wie weiter? Die Antwort ist ebenso klar wie vorhersehbar, wenn sich alle ein Beispiel am vorbildhaften Vorgehen der eigenen Politgruppe nehmen, wird die Moral der antifaschistischen Truppen mit breiteren Bündnissen, popigeren Plakaten und schöneren Slogans in unerreichte Höhen gesteigert werden können.

Die bikepunksche Ignoranz für den Inhalt des Textes gipfelt dann in der gewohnten Heuchelei, die Analyse ja zu teilen (was nicht stimmen kann, da er ihren ideologiekritischen Gehalt ja nicht einmal erkannt hat), und jetzt aber mal einen praktischen Leitfaden für das „Wie weiter?“ haben zu wollen:

Statt ein Gegenstandpunktsflugblatt abzutippen hätten sie mal besser ein paar praktische Konsequenzen aus dieser Analyse benannt, soweit vorhanden.

Ein bisschen mehr Klarheit würde ich mir von TOP schon wünschen, allerdings nicht in Sachen antifaschistischer Marschbefehle, sondern die Klarheit, die notwendig ist um den selbstformulierten Anspruch an eine Organisierung umzusetzen – und das geht nur ohne „Genossen“ wie bikepunk, die bei einem solchen Unterfangen ganz offensichtlich fehl am Platze sind.

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Provinz-Possen http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/10/provinz-possen/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/10/provinz-possen/#comments Sat, 10 Jan 2009 13:20:55 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/10/provinz-possen/ In Bielefeld gibt es Streit. Das irgendwie alternative Stadtmagazin „Ultimo“ hat mehrmals in einer Ausgabe das Wort „Neger“ benutzt. In Wahrnehmung seiner Funktion als staatlich geförderte Neger-Betreuungsanstalt1 (Integrationshilfe usw.) regt sich das IBZ darüber auf. Dazu hat greschka schon alles notwendige geschrieben. Erstaunlich und erwähnenswert scheint mir da nur noch die Reaktion des Ultimo-Chefredakteurs, Thomas Friedrich, wie sie laut oben verlinktem Indymedia-Bericht ausgefallen sein soll:

Heil Hitler, du dumme Muschi
Sag mal, in welches Loch soll ich ihn dir denn stecken?
Wenn ich noch zwei Kollegen mitbringe, kannst du full service bekommen.
Wär dir doch recht, ja?
Ach ja, hör mal was ich sage: Neger, Neger, Neger, Neger!
Hörst du das? Und du kannst überhaupt nichts dagegen tun!
Neger, Neger, Neger!
Aber nimms nicht so ernst, ist alles nur Satire, Freiheit der Kunst
Also, nicht aufregen! Alles klar?!
Ciao, bella bum-bum! Und immer schön die Möse waschen!

Irgendwie erinnert mich das dann an den hier:

Und bitte, bitte, Greschka lesen!

EDIT:
Wie ihr in den Kommentaren sehen könnt, bestreitet Thomas Friedrich, oder zumindest jemand der behauptet dieser zu sein (jetzt muss man ja ganz arg vorsichtig sein, da hier vielleicht Journalisten mitlesen), die Vorwürfe aus dem Indymedia-Artikel des „AK buntes Bielefeld“. Naja, dieser AK behauptet ja das ganze belegen zu können. Mal schauen was als nächstes passiert.

  1. Da frage ich mich schon ob sich die IBZ'ler nicht grade von diesen Zeilen angegriffen gefühlt haben:
    „… wie talentierte Neger von herzensguten Weißen lernen, dass man mit festem Willen und viel Üben alles erreichen kann.“ [zurück]
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Hach ja, Drogen… http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/07/hach-ja-drogen/ http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/07/hach-ja-drogen/#comments Wed, 07 Jan 2009 02:10:58 +0000 Administrator Allgemein http://misstakenidentity.blogsport.de/2009/01/07/hach-ja-drogen/ Nur auf den besonderen Wunsch von ♥Tekknoatze:
Im Hamburger Audiolith-Sumpf macht man sich zur Zeit sorgen um die eigene „Szene“, genauer um ihren Drogenkonsum.
Von dem peinlichen Rave!Bass!Bass!Tschingderassabummsbumms-Kindergarten, der da so „Streetteam“ genannt wird (woanders heißt sowas immer noch Racket) abgesehen , besteht die tatsächlich ja nur aus ein paar Ex-Crusten-Opis und Omis die mit voller Absicht ziemlich miese Musik machen und das für ziemlich avantgardistisch halten. Mögen sie jetzt meinen vom schönen Leben, Körperhygiene und der passenden Musik dazu jede Menge Ahnung zu haben, sind’s doch immer noch die alten Crust-Punk-Deppen. Distinktionsgewinn durch Israel-Spleen, „gegen Deutschland!“-Parolen-Gedresche und irgendwie doch noch ein bisschen kritisch-links und punkig-anarchisch unterwegs sein gehört halt auch dazu. Schließlich mussten nicht mal Schweißbänder und Gasmasken entsorgt werden, sondern ließen sich direkt für dieses ganze peinliche 90s-Rave-Revival recyclen. Da wundert’s echt nicht, dass die Party schon wieder vorbei ist und die Protagonisten der „Szene“ gleich wieder auf ihre Verantwortung als solche eingeschworen werden sollen. Der ganzen dusseligen linken Subkultur-Moral entkommt man halt nicht dadurch, dass man sie umdreht, sondern nur durch ihre Kritik.

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