Archiv Seite 2

Daniel Kulla,

wenn dir jemand sagt, „Das ist kein Argument“, was sicher schon häufiger vorgekommen ist, dann handelt es sich nicht um ein Missverständnis. Es liegt nicht daran, das ihr euch über die abstrakte Bedeutung des Begriffs „Argument“ uneins wärt. Was ein Argument ist und was nicht, lässt sich eben nur bezogen auf einen bestimmten Gegenstand, eine bestimmte These sagen. Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.

Kultur und Krieg

rockstar weist auf die Mobilisierung einer Berliner Gruppe zur NATO-Sicherheitskonferenz in München hin. Neben Aufrüstungsmanagement, Kriegstreiberei und den ganzen anderen Kram für den die NATO unter Linken bekannt ist, hat sie jedoch noch eine wichtige andere Funktion, die kaum bekannt ist.
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Antifa heißt… …Ignoranz.

In 6 Sätzen zusammengefasst funktionieren Staat, Kapital und Faschismus laut TOP dabei so: Die einzelnen Subjekte im Kapitalismus sind der Konkurrenz untereinander ausgesetzt, diese dringt in jeden Lebensbereich. Ebenso selbstverständlich wie die kapitalistische Konkurrenz ist den Subjekten dabei ihre Rolle als Staatsbürger_in. Menschen verhalten sich als Inhaber_innen allgemeiner Rechte und Pflichten zueinander, die ihnen von einem Staat zu- oder aberkannt werden, der wiederum die Funktion hat die Verwertungsbedingungen seines Kapitals herzustellen. Die Bürger_innen eines Staates sind damit eine “profane, objektive Schicksalsgemeinschaft” und von der Fähigkeit ihres Staates abhängig sich in der Konkurrenz der Standorte zu behaupten, Nationalismus ist die Reflexionsform dieses Wettbewerbes der Staaten. Faschismus ist dann ein mögliches Staatsprogramm, dass auf unmittelbare Herrschaft statt auf komplizierte Vermittlung setzt und verspricht durch schiere Willensakte das Staatsvolk vor den Unwägbarkeiten des Marktes zu schützen. Dieser Faschismus kann von Demokrat_innen nicht richtig kritisiert werden, weil sie das grundsätzliche Ziel desselben – den Erfolg der Nation – teilen.

So fasst bikepunk den Beitrag der Berliner Theorie.Organisation.Praxis zur im antifaschistischen infoblatt geführten Antifadebatte zusammen. Was bikepunk da schreibt wird schon grob so da stehen, ich habe den Text bislang nur zweimal gelesen. Ich hatte allerdings, nach dem ich bikepunks Kritik daran gelesen hatte, zunächst kaum eine Veranlassung mich damit auseinander zusetzen, ob denn alles stimmt was die TOPs da schreiben und ob bikepunks Zusammenfassung korrekt ist. Denn diese Kritik bezieht sich gar nicht so sehr auf den theoretischen Gehalt des Textes, ja, nicht mal auf den Antifa-Kram der dort Eingangs und zum Schluss behandelt wird, sondern scheint diesen einfach zu ignorieren.
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Provinz-Possen

In Bielefeld gibt es Streit. Das irgendwie alternative Stadtmagazin „Ultimo“ hat mehrmals in einer Ausgabe das Wort „Neger“ benutzt. In Wahrnehmung seiner Funktion als staatlich geförderte Neger-Betreuungsanstalt1 (Integrationshilfe usw.) regt sich das IBZ darüber auf. Dazu hat greschka schon alles notwendige geschrieben. Erstaunlich und erwähnenswert scheint mir da nur noch die Reaktion des Ultimo-Chefredakteurs, Thomas Friedrich, wie sie laut oben verlinktem Indymedia-Bericht ausgefallen sein soll:

Heil Hitler, du dumme Muschi
Sag mal, in welches Loch soll ich ihn dir denn stecken?
Wenn ich noch zwei Kollegen mitbringe, kannst du full service bekommen.
Wär dir doch recht, ja?
Ach ja, hör mal was ich sage: Neger, Neger, Neger, Neger!
Hörst du das? Und du kannst überhaupt nichts dagegen tun!
Neger, Neger, Neger!
Aber nimms nicht so ernst, ist alles nur Satire, Freiheit der Kunst
Also, nicht aufregen! Alles klar?!
Ciao, bella bum-bum! Und immer schön die Möse waschen!

Irgendwie erinnert mich das dann an den hier:

Und bitte, bitte, Greschka lesen!

EDIT:
Wie ihr in den Kommentaren sehen könnt, bestreitet Thomas Friedrich, oder zumindest jemand der behauptet dieser zu sein (jetzt muss man ja ganz arg vorsichtig sein, da hier vielleicht Journalisten mitlesen), die Vorwürfe aus dem Indymedia-Artikel des „AK buntes Bielefeld“. Naja, dieser AK behauptet ja das ganze belegen zu können. Mal schauen was als nächstes passiert.

  1. Da frage ich mich schon ob sich die IBZ'ler nicht grade von diesen Zeilen angegriffen gefühlt haben:
    „… wie talentierte Neger von herzensguten Weißen lernen, dass man mit festem Willen und viel Üben alles erreichen kann.“ [zurück]

Hach ja, Drogen…

Nur auf den besonderen Wunsch von ♥Tekknoatze:
Im Hamburger Audiolith-Sumpf macht man sich zur Zeit sorgen um die eigene „Szene“, genauer um ihren Drogenkonsum.
Von dem peinlichen Rave!Bass!Bass!Tschingderassabummsbumms-Kindergarten, der da so „Streetteam“ genannt wird (woanders heißt sowas immer noch Racket) abgesehen , besteht die tatsächlich ja nur aus ein paar Ex-Crusten-Opis und Omis die mit voller Absicht ziemlich miese Musik machen und das für ziemlich avantgardistisch halten. Mögen sie jetzt meinen vom schönen Leben, Körperhygiene und der passenden Musik dazu jede Menge Ahnung zu haben, sind’s doch immer noch die alten Crust-Punk-Deppen. Distinktionsgewinn durch Israel-Spleen, „gegen Deutschland!“-Parolen-Gedresche und irgendwie doch noch ein bisschen kritisch-links und punkig-anarchisch unterwegs sein gehört halt auch dazu. Schließlich mussten nicht mal Schweißbänder und Gasmasken entsorgt werden, sondern ließen sich direkt für dieses ganze peinliche 90s-Rave-Revival recyclen. Da wundert’s echt nicht, dass die Party schon wieder vorbei ist und die Protagonisten der „Szene“ gleich wieder auf ihre Verantwortung als solche eingeschworen werden sollen. Der ganzen dusseligen linken Subkultur-Moral entkommt man halt nicht dadurch, dass man sie umdreht, sondern nur durch ihre Kritik.